Ich habe einen Beitrag zur Klage gegen Social-Media-Plattformen in den USA gelesen. Mehrere Bundesstaaten und Kläger werfen den großen Plattformen vor, durch ihr Design bewusst Suchtverhalten zu fördern, besonders bei jungen Nutzern. Da habe ich mich gefragt: Wie sieht es eigentlich mit meinem eigenen Medienkonsum aus?
Ich schaue regelmäßig Nachrichten und Dokumentationen auf verschiedenen Plattformen — YouTube, Podcasts, Beiträge, teilweise im Abo. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich in dieser Info-Flut meist nur noch bei den Überschriften hängen blieb. Und was mich zusätzlich störte, war die Art der Werbung: fast nur Scam, KI-Slop oder Clickbait.
Dazu die Frage, warum ich eigentlich über 220 € Rundfunkbeitrag im Jahr zahle — nur um die Inhalte dann mit Werbung auf YouTube zu schauen und nebenbei noch meine Daten preiszugeben.
Am Ende zahle ich dreifach: mit meinem Geld, meiner Aufmerksamkeit und meinen Daten.
Das Experiment
Genau daraus ist EUCube entstanden: ein ruhigerer, werbefreier Ansatz für Inhalte.
Die Frage dahinter war simpel. Was passiert, wenn ich mir eine persönliche KI-News-App baue, die mir einfach nur zeigt, was mich interessiert? Ohne KI-Slop, ohne Engagement-Zwang — also frei von Fremdsteuerung.
Im Zentrum steht ein Agent, der aus meinen Interessen lernt und mir konstruktive Vorschläge macht. Ein neutraler Dienst, der meine Vorlieben regelmäßig prüft und über alle verfügbaren Kanäle und offenen Schnittstellen hinweg nach Inhalten sucht.
Was dabei überraschend war
Die vorgeschlagenen Inhalte sind manchmal etwas „langweiliger" als bei YouTube und Co. — aber letztlich relevanter für mich. Ich habe das Gefühl, dass die Vorschläge ausgewogener und neutraler sind, und genau deshalb habe ich nicht mehr den Drang, sofort zu klicken.
Positiv ist außerdem, dass der Assistent weder meinen Namen noch Alter, Standort oder sonstige persönliche Daten kennt — nur meine Playlist. Ich kann bewerten, störende Inhalte melden oder abwerten. Und zu jedem Video gibt es eine kurze Textvorschau. So erspare ich mir, in endlose Autoplay-Schleifen gezogen zu werden.
Das ist die eigentliche Erkenntnis aus dem Versuch: Der Unterschied liegt nicht in besserer Technik, sondern darin, in wessen Interesse die Auswahl getroffen wird. Ein Feed, der nicht an meiner Verweildauer verdient, schlägt anderes vor — und das fühlt sich zunächst unspektakulär an. Das ist kein Mangel, das ist der Punkt.
Genau darum geht es auch im Großen: Digitale Souveränität heißt nicht, alles selbst zu bauen — sondern wählen zu können, wem man die Auswahl überlässt.
Wie nehmen Sie das wahr?
Fühlen Sie sich bei algorithmischen Feeds noch einigermaßen gut abgeholt? Oder bemerken Sie eine Verschiebung der Inhalte in eine Richtung, die Sie gar nicht wollten? Und wäre ein bewusster, „ruhigerer" Ansatz für Sie eine Alternative — oder fehlt dann etwas?
Hinweis: EUCube ist kein öffentliches Angebot, sondern ein experimentelles Projekt in der Beta-Phase. Die Freischaltung erfolgt nur auf persönliche Anfrage. Für externe Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Installation als App über „Teilen" → „Zum Home-Bildschirm hinzufügen". Der KI-Agent muss aktiviert werden und übermittelt keine persönlichen Daten; auf Ihr Profil haben nur Sie Zugriff.
