Krankenkassen reformieren. Rente anpassen. Spitzensteuersatz rauf, Kapitalertragsteuer runter, Mehrwertsteuer rauf, Lebensmittel runter. Bürgergeld kürzen.

Alles klar. Aber — was bringt das eigentlich? Wie viel ist eine Milliarde? Zehn? Hundert? Und im Verhältnis wozu?

Ohne Gefühl für die Größenordnungen und ohne Überblick über alle anderen Töpfe macht es wenig Sinn, einzelne Summen zu diskutieren. Man redet über 100 Millionen, als wäre das viel — oder wenig. Die meisten von uns können sich diese Summen schlicht nicht mehr vorstellen.

Ich auch nicht. Also habe ich versucht, alle Zahlen herauszufinden und zusammenzuführen.

Die Daten sind längst öffentlich

Sie liegen vor, man muss sie nur zusammentragen: bis 2024 gut validiert, für die Jahre danach die offizielle Schätzung der Bundesregierung.

Was mich überrascht hat, war die Verteilung. Themen, über die gerade alle reden — Digitalisierung zum Beispiel — spielen im Haushalt kaum eine Rolle. Andere Posten sind riesig und werden eher am Rande diskutiert.

Eine App, mit der man den Haushalt selbst verschiebt

Daraus ist der Haushaltspilot entstanden. Kein professionelles Simulationswerkzeug — eher ein Spiel. Aber man bekommt sehr schnell ein Gefühl dafür, wo Einnahmen und Ausgaben tatsächlich anfallen.

Die Rohdaten zur Validierung sind dort verlinkt. Die Oberfläche ist noch ausbaufähig, die Zahlen stimmen, und der Überblick ist gut.

Wer also einmal kurz Finanzminister sein will: einfach reinspielen. Ist ein bisschen ernüchternd, aber lehrreich.

Warum ich so etwas überhaupt baue

Das ist dieselbe Bewegung wie bei meinen anderen Projekten: Daten, die öffentlich sind, sind noch lange nicht zugänglich. Zwischen „verfügbar" und „verständlich" liegt Arbeit — und genau die entscheidet darüber, ob eine Debatte auf Zahlen oder auf Gefühlen basiert.

Es ist auch eine Übung in dem, was ich sonst für Kunden mache: eine verstreute, uneinheitliche Datenlage zusammenführen, validieren und so darstellen, dass jemand damit eine Entscheidung treffen kann. Dass es hier der Bundeshaushalt ist und kein Betriebsbudget, ändert an der Methode nichts.

Über Kommentare und Verbesserungsvorschläge freue ich mich.